Grönland: US-Regierung schließt Militäreinsatz nicht aus

Umstrittener US-Anspruch auf Arktisinsel:Grönland: USA schließen Militäreinsatz nicht aus

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Die USA haben ihr Interesse an Grönland erneut bekräftigt und dabei einen Militäreinsatz nicht ausgeschlossen. Auch Pläne für den Kauf sollen wieder auf den Tisch kommen.

Die Insel Grönland liegt in der Arktis und ist größtenteils von Eis bedeckt. (zu dpa: «Angriff oder Kauf: Was plant Trump mit Grönland?») Foto: Zhao Dingzhe/XinHua/dpa

Im Konflikt um Grönland, das zu Dänemark gehört, verschärft die US-Regierung den Ton und droht mit einem Militäreinsatz. Die Begründung dafür sei die nationale Sicherheit der USA.

07.01.2026 | 2:31 min

Im Streit mit Dänemark über Grönland erhöht die US-Regierung unter Präsident Donald Trump den Druck und droht mit einem Militäreinsatz. "Der Präsident und sein Team erörtern eine Reihe von Optionen, um dieses wichtige außenpolitische Ziel zu erreichen, und selbstverständlich steht dem Oberbefehlshaber der Einsatz des US-Militärs jederzeit als Option zur Verfügung", teilte Regierungssprecherin Karoline Leavitt mit. Konkreter wurde sie nicht.

Trump habe deutlich gemacht, dass es "eine nationale Sicherheitspriorität der Vereinigten Staaten" sei, Grönland unter die Kontrolle der USA zu bringen, hieß es weiter von Leavitt. Die Kontrolle über Grönland sei entscheidend, "um unsere Gegner in der Arktis abzuschrecken".

SGS-Major-Slomka

Sicherheitsexpertin Claudia Major hält eine militärische Intervention der USA in Grönland für "eher unwahrscheinlich". Die Debatte solle eher Druck für eine Art Abkommen aufbauen.

07.01.2026 | 5:18 min

Medien: Rubio sieht Kauf Grönlands

Außenminister Marco Rubio habe hingegen in einer vertraulichen Sitzung mit US-Abgeordneten davon gesprochen, dass die US-Regierung Grönland kaufen wolle. Rubio sagte, dass die jüngsten Drohungen keine militärische Invasion signalisieren sollten. Das Ziel sei ein Kauf, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Das berichtete auch die "New York Times" und schrieb zudem unter Berufung auf Beamte, dass Trump seine Mitarbeiter um die Vorlage eines aktualisierten Plans für einen Erwerb der Insel gebeten habe. Trump hatte einen solchen Plan bereits 2019 während seiner ersten Amtszeit ins Spiel gebracht. Die Dänen hatten zunächst an einen Scherz geglaubt.

ZDF-Studioleiter in Brüssel Ulf Röller in seinem Arbeitszimmer

Man könne befürchten, dass es Trump bei Grönland nicht nur um Rohstoffe gehe, sondern um den "wahnwitzigen Gedanken", das US-Territorium zu vergrößern, sagt Grönland-Experte Volquardsen.

06.01.2026 | 21:22 min

Miller: US-Anspruch auf Grönland "offizielle Position der Regierung"

Trump hatte in den vergangenen Tagen in Interviews bekräftigt, die USA bräuchten Grönland für die nationale Sicherheit. Trumps stellvertretender Stabschef Stephen Miller bezeichnete den US-Anspruch sogar als "offizielle Position der US-Regierung".

Trumps wiederbelebtes Interesse an der strategisch wichtigen Insel steht im Zusammenhang mit der kürzlichen Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro. Trump fühle sich dadurch bestärkt und wolle die amerikanische Dominanz in der westlichen Hemisphäre sichern, hieß es aus dem Weißen Haus.

Grönland-Experte Ebbe Volquardsen

Europa zeige Trump, wieso eine Übernahme nicht notwendig sei, sagt ZDF-Korrespondent Ulf Röller. Schon jetzt hätten die USA allen nötigen Einfluss in Grönland.

06.01.2026 | 7:22 min

Europäische Staaten warnen vor Annexion

Zuvor hatten mehrere europäische Staaten, darunter Deutschland, die USA in deutlichen Worten vor einer Annexion Grönlands gewarnt. In einer gemeinsamen Erklärung hatten Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Spanien am Dienstag betont, Grönland gehöre seinem Volk. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hatte am Montag mit dem Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses Nato gedroht. Auch innerhalb der USA gibt es Widerstand.

Die Stadt Nuuk in Grönland

In der Diskussion um Trumps Pläne, Grönland einzunehmen, hat die dänische Ministerpräsidentin die USA vor einem Angriff gewarnt. Dieser käme einem Ende der Nato gleich, so Frederiksen.

06.01.2026 | 0:25 min

Grönland war bis 1953 eine Kolonie Dänemarks, hat aber seit 1979 immer größere Selbstverwaltungsrechte erhalten und ist inzwischen weitgehend autonom. Über Bereiche wie Außen- und Verteidigungspolitik entscheidet weiter Dänemark - durch die Anbindung an das Königreich ist Grönland auch Teil der Nato. Ein großer Teil der rund 57.000 Grönländer wünscht sich die vollständige Unabhängigkeit von Dänemark. Umfragen zeigen aber auch, dass die Grönländer mehrheitlich eine Einverleibung der Insel durch die USA ablehnen.

Quelle: dpa, Reuters, AFP
Über dieses Thema berichtete unter anderem das ZDF-Morgenmagazin am 07.01.2026 ab 05:30, heute Xpress am 07.01.2026 um 07:00 sowie ZDFheute live vom 06.01.2026 um 19.30 Uhr.

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